Rehasport – nur etwas für Menschen ab 50+ ?

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Rehasport – nur etwas für Menschen ab 50+ ?

Ist Rehasport nicht nur etwas für Menschen ab 50+ mit ernsthaften Verletzungen?

Derartige Sätze habe ich schon oft von Personen gehört, die von mir zum ersten Mal auf Rehasport  angesprochen wurden. Deshalb möchte ich hier gerne erklären und aufklären, weshalb Menschen von 15 bis 115 vom Rehasport profitieren können, egal welcher Leistungs-/Fitnesszustand vorliegt.

Für den orthopädischen Rehasport muss eine Erkrankung/Verletzung vorliegen, das ist korrekt. Hier wird aber meistens angenommen, es müsse etwas „Schlimmeres“ sein, wie z. B. ein Bandscheibenvorfall, ein künstliches Gelenk oder andere Verletzungen dieser Kategorie. Dabei reicht auch schon so etwas Einfaches wie eine Nackenverspannung, die oft nicht als Verletzung angesehen wird, sondern als kleiner Nebeneffekt des alltäglichen Lebens. Etwas wie eine Nackenverspannung, leichtes Ziehen im unteren Rückenbereich usw., haben viele Menschen, die sonst von sich behaupten würden, kerngesund zu sein. Solche Probleme entstehen durch verschiedenste, meist banale Tätigkeiten.

Ein kleines Beispiel:

Sie staubsaugen ihre Wohnung/ihr Haus, müssen sich öfter leicht vorgebeugt dabei bewegen, um alle Ecken zu erreichen und sind damit in einer nicht gesunden Haltung für Ihren Rücken und das über längere Zeit. Schon kommt es zu Problemen. Nicht unbedingt nach dem ersten Mal, aber eine dauerhafte fehlerhafte Belastung, ohne dass unterstützende Muskulatur vorhanden ist, wird sich irgendwann rächen.

Ein weiteres Beispiel, dass mich auch persönlich betrifft:

Wir haben fast alle Smartphones, auf die wir am Tag, manche mehr, manche weniger oft gucken. Meistens in der typischen Haltung –  Kopf gesenkt, Blick aufs Handy und das über längere Zeit. Diese Haltung ist für den Halswirbelsäulenbereich/die Nackenmuskulatur auf Dauer schrecklich. Genau wie im Beispiel davor – Sie merken es vielleicht nicht sofort, aber es wird sich, wenn man nicht dagegen arbeitet, rächen.

Wie kann mir jetzt also Rehasport helfen?

Ganz einfach:

Im Rehasport werden alle Bereiche des Körpers auf verschiedenste Weisen trainiert. Die Muskulatur wird gekräftigt (damit eventuelle Fehlhaltungen ausgeglichen werden), Koordination wird trainiert (damit der Körper weiß, wie er die aufgebaute Muskulatur richtig ansteuern kann) und

das Beste ist:

Jede Übung kann so schwer oder so leichtgemacht werden, wie es benötigt wird. Im Rehasport wird meistens mit einem Stufenmodell gearbeitet.

Ein weiteres Beispiel:

Sie sind 30 Jahre alt, relativ sportlich, aber sind im Rehasportkurs mit einigen Teilnehmern, die zwischen 70 und 85 Jahre alt sind und etwas weniger Leistung erbringen können. Trotzdem können alle die gleiche Übung machen, da jede Übung in verschiedenen Schwierigkeiten/Stufen vorliegt und gezeigt wird. So können Sie ein anstrengendes, gesundes und sogar schweißtreibendes Workout absolvieren und das im gleichen Kurs.

„Ich mache ja schon viel Sport, z.B. Fitness/Fußball/Tennis etc. Ich brauche doch keinen Rehasport!“

Auch für derartige Aussagen habe ich ein hilfreiches Gegenargument! Spezifische Sportarten (wie z. B. Fußball/Tennis usw.), erfordern auch nur eine spezifische Muskulatur/spezifische Bewegungsabläufe. Der Fußballer wird eine gute Beinmuskulatur besitzen, der Tennisspieler Arme und Schultern usw., aber um alles andere muss sich der Sportler selbst kümmern. Dysbalancen sind in derartigen Sportarten Gang und Gebe. Bin ich Rechtshänder und halte damit meistens den Tennisschläger, wird meine linke Seite unfreiwillig schwächer. Ist mein rechtes Bein mein Stand- und Schussbein, wird mein linkes Bein nicht genauso stark sein. Das lässt sich auf viele Sportarten übertragen. Dysbalancen, die unbewusst langsam und stetig antrainiert werden, machen uns früher oder später Probleme, meistens sogar massive Probleme. Der Bewegungsapparat als Ganzes ist nicht mehr ausgeglichen und dadurch arbeitet die Muskulatur nicht mehr so zusammen, wie sie es sollte. So kann z. B. eine Dysbalance in der Beinmuskulatur dazu führen, dass Rückenschmerzen auftreten. Um das auszugleichen, empfiehlt sich Rehasport.

Nun etwas zu dem großen Thema „Fitnessstudio“.

In den meisten Fitnessstudios geht es darum, Muskulatur aufzubauen. Bauch/Beine/Po zu trainieren, oder andere Körperregionen. Da Sie meistens eine Einweisung bekommen, aber danach auf sich alleine gestellt sind, trainieren Sie sich, ohne es zu merken, kleine Dysbalancen an. Viele Menschen haben Lieblingsübungen oder Problemzonen, denen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, aber dabei, ohne es zu wollen, Dysbalancen antrainieren. Rehasport leistet auch hier wieder Abhilfe! Oder die Mitgliedschaft in einem Gesundheitsstudio, das Rehasport anbietet und somit das geschulte Personal vor Ort hat.

Eine Sache müssen sie nicht haben: Angst, dass Rehasport nur etwas für „ältere“ und „gebrechliche“ Menschen ist.

DER Rehatrainer @Henrik/06.11.2017

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